Südpfalz 27. Apr 2026

Ministerpräsident Boris Rhein setzt Spatenstich für Vulcans kommerzielle Lithiumanlage in Frankfurt-Höchst

Karlsruhe, 23. April 2026. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein und Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef haben heute gemeinsam mit Vertretern von Vulcan Energy den ersten symbolischen Spatenstich für die Zentrale Lithiumanlage (CLP) im Industriepark Höchst gesetzt. Die Anlage wird in Zukunft nachhaltiges und in Deutschland gewonnenes Lithiumhydroxid-Monohydrat (LHM) im kommerziellen Maßstab für die europäische Batterie- und Automobilbranche herstellen. An der feierlichen Grundsteinlegung nahmen neben dem Ministerpräsidenten und dem Oberbürgermeister außerdem zahlreiche Vertreter aus der Politik, Wirtschaft und der Finanzbranche teil.  Mit der Grundsteinlegung für die CLP hat Vulcan einen wichtigen Meilenstein für die Umsetzung der ersten Projektphase „Lionheart“ zur kombinierten Herstellung von Lithium und erneuerbarer Energie erreicht.

Ministerpräsident Boris Rhein kommentierte im Rahmen der Veranstaltung: „Wir gehen hier einen Schritt hin zu mehr Unabhängigkeit Europas von globalen Lieferketten. Das ist ein wichtiges Zeichen. Je unruhiger die Zeiten sind, desto mehr müssen wir auf Eigenständigkeit und Resilienz setzen – durch Innovationen und kluge Investitionen. Deswegen fördert das Land Hessen den Bau der Anlage mit 13,9 Millionen Euro und leistet einen entscheidenden Beitrag zur Unabhängigkeit Europas. Der Spatenstich ist ein Signal, dass industrielle Stärke, Klimaschutz und technologische Innovation in Deutschland zusammengehören. […] Die Energie für den gesamten Prozess stammt aus Geothermie, das macht die Produktion CO₂-neutral. Das ist ein echtes Leuchtturmprojekt für Hessen, Deutschland und Europa.“

An der CLP wird hochreines Lithiumchlorid durch einen Elektrolyse-Prozess zu batteriefähigem Lithiumhydroxid-Monohydrat (LHM) verarbeitet. Das Vorprodukt stammt dabei aus der kombinierten Geothermie- und Lithiumextraktionsanlage (G-LEP) in Landau, die seit Dezember letzten Jahres auf dem Gewerbegebiet D12 errichtet wird. Diese beiden Anlagen bilden die Basis des Lionheart-Projekts und haben eine gesamte Produktionskapazität von bis zu 24.000 Tonnen LHM pro Jahr – genug für Herstellung von ca. 500.000 Elektrofahrzeugen. Die Lithiumproduktion im vorkommerziellen Maßstab führt Vulcan bereits seit Januar 2025 erfolgreich an den unternehmenseigenen Optimierungsanlagen in Landau sowie im Industriepark-Höchst durch. Das vollständig inländisch produzierte LHM, welches das erste dieser Art in Europa darstellt, wird derzeit zur Produktqualifizierung von Vulcans Abnahmepartner aus der Batterie- und Automobilbranche genutzt. Dies ermöglicht einen zügigen Markteinstieg, sobald die kommerzielle Produktion im Rahmen des Lionheart-Projekts begonnen hat.

Im Dezember 2025 hat Vulcan Energy ein Gesamtfinanzierungspaket in Höhe von 2,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Teil dieses Finanzierungspakets war unter anderem eine Eigenkapitalsbeteiligung des Rohstofffonds der KfW in Höhe von 150 Millionen Euro. Das Lionheart‑Projekt von Vulcan ist damit das erste Vorhaben, das im Rahmen dieser Initiative unter dem Dach des neu aufgesetzten Deutschlandfonds von der Bundesregierung gefördert wird.

Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie (BMWE) kommentiert anlässlich der Grundsteinlegung: „Mit dem Rohstofffonds setzen wir gezielt dort an, wo es für uns als Industrieland entscheidend ist: bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen. Mit dem Fonds unterstützen wir Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um die Rohstoffabhängigkeiten zu verringern und die Resilienz unserer Volkswirtschaft zu stärken. Dass das Lionheart-Projekt als erstes Vorhaben ausgewählt wurde, zeigt seine herausragende strategische Bedeutung für den Industriestandort Deutschland. Die heutige Grundsteinlegung ist mehr als ein symbolischer Schritt – sie markiert den konkreten Einstieg in eine widerstandsfähigere Rohstoffversorgung und vertieft zugleich die enge Partnerschaft mit Australien.“

Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt Mike Josef sagt: „Unternehmen wie Vulcan Energy spiegeln nicht nur die Internationalität, sondern auch die Vernetzung unserer Stadt hervorragend wider. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für Wirtschaft und Nachhaltigkeit, indem Sie zum einen anstreben, den Produktionsprozess von für Batterietechnologie essenziell wichtigem Lithiumhydroxid klimaneutral durchzuführen. Zum anderen stellen sie den Grundstoff bereit, der in Elektroautos oder Energiespeichersystemen, die erneuerbare Quellen wie Solar- und Windenergie nutzen, Verwendung findet. Eine solche Produktion hier in Frankfurt ist ein Zeichen für stärkere Resilienz und Unabhängigkeit, insbesondere von einseitigen Abhängigkeiten im Rohstoffbereich.“

Die CLP wird auf einer Fläche von rund 80.000 m² im Industriepark Höchst errichtet, wobei der Baustart in den kommenden Wochen vorgesehen ist. Die Inbetriebnahme und der Beginn der kommerziellen Produktion sind für Mitte 2028 geplant. Über das Lionheart-Projekt hinaus ist die CLP als zentrale Verarbeitungsanlage für weitere Projektphasen ausgelegt, sodass dort auch das Lithiumchlorid aus den zukünftigen Projektphasen weiterverarbeitet werden kann.

Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer der Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, kommentiert: „Mit dem heutigen Spatenstich setzen wir einen wichtigen Meilenstein für eine nachhaltige, inländische Lithiumproduktion in Europa. Mit der Ansiedlung der Zentralen Lithiumanlage vertiefen Infraserv Höchst und Vulcan Energy ihre langjährige Partnerschaft im Industriepark Höchst. An der Anlage wird Vulcan einen Prozess zur Verarbeitung von Lithium im industriellen Maßstab umsetzen, den das Unternehmen bereits seit über einem Jahr an einer Optimierungsanlage hier am Standort erfolgreich durchführt und optimiert. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr die Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die Unternehmen an unserem Standort haben. Hierbei unterstützt Infraserv Höchst als strategischer Partner bei der Umsetzung von Innovationen im industriellen Maßstab und stellt dafür eine leistungsfähige Infrastruktur, regulatorische Expertise und verlässliche Services bereit.“

Cris Moreno, CEO und Managing Director von Vulcan Energy, kommentiert: „Wir freuen uns, die vorbereitenden Arbeiten am Standort der CLP erfolgreich abzuschließen und nun mit dem Bau der Anlage im industriellen Maßstab zu beginnen. Die Grundsteinlegung der CLP erfolgt planmäßig im Rahmen unseres Lionheart‑Projekts und steht im Einklang mit unserem Ziel, im Jahr 2028 mit der kommerziellen Produktion von nachhaltigem Lithium zu beginnen. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für das große Interesse an der Veranstaltung und freuen uns dieses Projekt gemeinsam mit unseren starken Partnern umzusetzen.“

 

Bildhinweis:

Von l. n. r.: Dr. Horst Kreuter (Gründer von Vulcan Energy), Dr. Jan Klasen (KfW), Ministerpräsident Boris Rhein, Oberbürgermeister Mike Josef, Dr. Joachim Kreysing (Geschäftsführer von Infrasev), Cris Moreno (CEO von Vulcan Energy) und Dr. Matthias Koehler aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) beim ersten symbolischen Spatenstich  (Copyright: ARTIS Uli Deck)

Redaktionskontakt:

Bei Fragen zu dieser Pressemitteilung wenden Sie sich gerne an unser Media Relations Team unter presse@v-er.eu.