Unser Vorhaben in der Vorderpfalz Ludwigsland.
Erkundung von regionalem Geothermie-Potenzial Partnerschaft: Vulcan und BASF.
Vulcan und BASF haben im Beisein von Daniela Schmitt, Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, eine Absichtserklärung unterzeichnet, um im Rahmen einer strategischen Partnerschaft den Einsatz geothermischer Energie am Ludwigshafener Standort des Chemieunternehmens zu prüfen. Gemeinsam wollen die Partner die Nutzung von Erdwärme aus Tiefengeothermie evaluieren, die das BASF-Stammwerk in Zukunft mit grundlastfähiger, erneuerbarer Energie versorgen könnte. Auch die umliegenden Städte Frankenthal und Ludwigshafen sollen von der nachhaltigen Wärme profitieren.
Geothermie in der Region: Seismische Untersuchungen abgeschlossen.
Vulcan freut sich bekanntzugeben, dass die 2D-Seismik in der Vorderpfalz gestern (6. März 2025) erfolgreich abgeschlossen wurde und somit ein nächster Schritt in Richtung einer CO2-neutralen Energieversorgung der Region und BASF durchgeführt wurde. Seit dem 24. Februar waren in der Region bis zu drei Messfahrzeuge auf einer Strecke von ca. 70 km unterwegs, die die geologischen Gegebenheiten des Untergrunds im Hinblick auf die Nutzung von Tiefengeothermie untersucht haben.
Was ist eine Seismik?
Vulcan hat bereits in der Süd– und Kurpfalz erfolgreich seismische Erkundungen durchgeführt. Diese Messungen dienen der Qualitätssicherung. Die aufgezeichneten Daten geben den Geologen außerdem ein sehr genaues Bild davon (analog einer Ultraschallmessung), wo die größten Reservoire für Tiefenthermalwasser liegen und wie diese am sichersten zu erreichen sind. Diese Daten sind ein erster Schritt in die Richtung einer grundlastfähigen Versorgung mit klimaneutraler Wärme und Strom für die Region.
In der Region Nächste Schritte.
- Seismische Erkundung: Durchführung einer 3D-Seismik
- Bohrungen: auf Basis der durchgeführten seismischen Erkundung wird der optimale Standort und die Tiefe der Bohrung bestimmt
- Wärmeversorgung: Versorgung von Industrie und Kommunen mit nachhaltiger Wärme mittels Geothermie
- Lithiumextraktion: Bau einer Lithiumsextraktionsanlage zur Produktion von grünem Lithium
FAQs Seismische Messungen.
- Bei einer 3D-Seismik fahren sogenannte Vibro-Trucks über Straßen und Wege des Explorationsgebiets.
- Die Trucks senken eine Platte auf den Boden ab und versetzen diese in Schwingungen.
- Diese werden von zuvor in der Region verteilten Erdmikrofonen aufgenommen und sind in etwa mit den Vibrationen einer Straßenbahn oder eines schweren LKWs vergleichbar. Messpunkte an sensibler Infrastruktur (z. B. Brücken oder Leitungen) werden von der Messung ausgenommen und die Zeit der Messungen in einer Gemeinde ist begrenzt.
- Die Methode funktioniert ähnlich wie eine Ultraschalluntersuchung: Schallwellen werden in den Boden gesendet und von verschiedenen Gesteinsschichten reflektiert. Die aufgezeichneten Daten werden anschließend verarbeitet und ausgewertet.
- Seismische Untersuchungen werden durchgeführt, um ein besseres Bild vom Untergrund zu erhalten und die verschiedenen Bodenschichten in tieferen Ebenen sichtbar zu machen.
- Bei einer 2D-Seismik werden verschiedene Querschnitte des Bodens erstellt. Diese Querschnitte vermitteln einen ersten Eindruck von der Beschaffenheit des Untergrunds und ermöglichen die Identifizierung potenzieller Bruchzonen im Boden. Wichtig ist, dass dadurch die Kriterien für 3D-Seismikuntersuchungen definiert werden können.
- Mit Hilfe der 3D-Seismik-Technologie kann der Untergrund dann im Voraus mit größerer Genauigkeit erkundet werden, als dies bei früheren Projekten möglich war. Mit dieser Methode lassen sich die genauen Standorte der Thermalsolereservoirs bestimmen und dadurch auch Seismizität verringern (weil man weiß, wo man genau hin bohren muss) .
- Insheim/ Landau Herbst 2022 (3D-Seismik)
- Mannheim 2022/23 (3D-Seismik)
- Ludwigsland 2024/25 (2D-Seismik)
- Die seismischen Messungen bei Vulcan folgen einer geplanten Abfolge. In der Region Landau beispielsweise hielten die Fahrzeuge (sogenannte Vibro-Trucks) alle 50 Meter an und erzeugten ein- bis zweimal für jeweils etwa 60 Sekunden Schallwellen. Diese Schwingungen breiten sich im Boden aus und werden von verschiedenen Gesteinsschichten reflektiert
- Die Abstände zwischen den Geophonen und den Vibrationspunkten sowie die Dauer und Intensität der in den Boden gesendeten Vibrationen hängen von der Beschaffenheit des Untergrunds ab
- Geophone werden alle 50 Meter an der Oberfläche ausgelegt. Diese empfindlichen Sensoren zeichnen die Reflexionen der Schallwellen auf. Aus den gesammelten Daten wird ein detailliertes Bild des Untergrunds erstellt.
- Um das geothermische Potenzial des Gebiets zu bestimmen und ein umfassendes Bild des Untergrunds zu erhalten, müssen möglichst viele Anregungspunkte über ein großes Gebiet verteilt und Geophone ausgelegt werden, um das vom Untergrund reflektierte Signal aufzunehmen. Werden Städte bei den Messungen ausgelassen, fehlt dieser Bereich im Bild des Untergrunds. Aus diesem Grund verlaufen einige Messlinien auch durch Städte.
- Messkampagnen in den Stadtgebieten von München und Heidelberg wurden beispielsweise erfolgreich und ohne negative Folgen durchgeführt.
- Vulcan nimmt den Schutz sensibler Gebäude, wie beispielsweise denkmalgeschützter Gebäude, sehr ernst. Vorab werden detaillierte Informationen über Gebäude, Rohrleitungen und andere sensible Bereiche gesammelt. So können die Messlinien entsprechend angepasst werden. Während der Messungen halten die Lkw einen Sicherheitsabstand zu denkmalgeschützten Gebäuden ein.
- Vulcan erfüllt alle geltenden naturschutzrechtlichen Vorgaben der zuständigen Naturschutzbehörden. So werden beispielsweise Messungen außerhalb der Brut- und Nistzeit von Oktober bis Ende Februar durchgeführt.
- Zusätzlich gibt es eine ökologische Baubegleitung, die relevante Bereiche vor Ort überwacht.
- Die Frequenz beschreibt aufeinanderfolgende Wiederholungen eines periodischen Vorgangs, wie beispielsweise einer Schwingung, während Hertz (Hz) angibt, wie viele Schwingungen pro Sekunde stattfinden (eine Frequenz von 1 Hz bedeutet beispielsweise, dass eine Schwingung pro Sekunde auftritt).
- Die von Vulcan durchgeführten seismischen Messungen nutzen Frequenzen zwischen zwei Hz und 96 Hz.
- Eine Anregung mit einem breiten Frequenzspektrum hilft dabei, genaue geologische Strukturen und Lagerstätten zu identifizieren (laut Geowärme NRW).
- Die durch die seismischen Messungen erzeugten Vibrationen können in der Nähe der Trucks gespürt werden.
- Diese Messungen stellen sicher, dass die DIN 4150, die Richtlinien für Erschütterungen im Bauwesen und deren Auswirkungen auf Gebäude definiert, jederzeit eingehalten wird. Wenn der Wert in die Nähe der Grenzwerte kommt, wird die Messung sofort beendet, um jegliche Gefahr für Gebäude auszuschließen (laut Geowärme NRW).
- Der Geräuschpegel einer seismischen Messung entspricht dem eines Müllfahrzeugs. Ein Müllfahrzeug erreicht eine Lautstärke von etwa 85 dB.
- In der Regel werden Messpunkte an sensibler Infrastruktur (z.B. Brücken oder Pipelines) dort, wo es notwendig ist, von der Messung ausgenommen.
- Auf weichen Böden, unbefestigten Wegen oder bereits vorgeschädigten Straßen können lokale Schäden auftreten, wie z.B. Spuren in unbefestigten Wegen. Vulcan ist für die Reparaturen und/oder Entschädigungen verantwortlich.
- Um Schäden zu vermeiden, kann zudem die Erschütterungsintensität reduziert oder Messpunkte an bestimmten Stellen vollständig ausgelassen werden. Dies wird individuell für jeden Messpunkt mit den betroffenen Kommunen und Eigentümer:innen abgestimmt.
- Als Sicherheitsmaßnahme wird die Intensität der Vibrationen an den nächstgelegenen Gebäuden überwacht. So wird gewährleistet, dass die Erschütterungen im vorgegebenen DIN-Bereich bleiben, um mögliche Schäden zu verhindern.
- Alle Anfragen zu den seismischen Messungen von Vulcan können an seismik@v-er.eu gerichtet werden.
- Permitter sind die Ansprechpersonen vor Ort.S ie holen für Vulcan die notwendigen Genehmigungen und Erlaubnisse ein, damit die Vibrationsfahrzeuge Wege und Straßen befahren dürfen. Darüber hinaus nehmen sie auch Vorfallmeldungen entgegen – selbst dann, wenn die Messungen bereits abgeschlossen sind.
- Die Ergebnisse der seismischen Messungen stehen den zuständigen Behörden zur Verfügung und werden im Rahmen ihrer amtlichen Aufgaben genutzt – zum Beispiel bei Genehmigungs- und Prüfverfahren.
Energiewende in der Region Industrie.
Der Oberrheingraben stellt mit seiner geologischen Formation eine Region mit großem geothermischem Potenzial dar. Eine erfolgreiche Aufsuchung vorausgesetzt, könnte Erdwärme aus dem Gebiet mittels Wärmepumpen zur Erzeugung von CO2-freiem Dampf eingesetzt werden. Bei einer potenziellen Leistung von 300 Megawatt thermischer Energie könnten am BASF-Standort Ludwigshafen jährlich etwa 4 Millionen Tonnen des für die chemische Industrie so wichtigen Energieträgers produziert werden – ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe. Rund 800.000 Tonnen CO2-Emissionen würden in diesem Fall vermieden; ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen am Stammwerk der BASF.
Energiewende in der Region. Haushalte.
Neben der industriellen Nutzung bietet Tiefengeothermie darüber hinaus die Möglichkeit zur Erzeugung von Fernwärme und könnte damit einen wichtigen Schritt hin zu einer erfolgreichen kommunalen Wärmewende bedeuten. Vulcan und BASF evaluieren daher gemeinsam mit den regionalen Energieversorgern – den Technischen Werken Ludwigshafen und den Stadtwerken Frankenthal – den Einsatz der verfügbaren Erdwärme aus dem Projektvorhaben für eine emissionsarme Energieversorgung der Haushalte in den beiden Städten.
Im ersten Schritt sollen 15.000 Haushalte in Frankenthal und Ludwigshafen über die Technischen Werke Ludwigshafen und die Stadtwerke Frankenthal versorgt werden.
Erfahren Sie Mehr zum Thema.
Im Rahmen unseres kombinierten Projektes nutzen wir die Tiefengeothermie des Oberrheingrabens sowohl für Erneuerbare Energien als auch für nachhaltiges Lithium. Deshalb tun wir unser Möglichstes um über Tiefengeothermie zu informieren. Nachfolgend finden Sie weiterführende interessante Links zum Thema.
Schon seit 1991 hat der Bundesverband Geothermie es sich zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit über alle Themenbereiche der Geothermie und Tiefengeothermie zu informieren. Hier finden Sie nicht nur aktuelle Neuigkeiten und spannende Kennzahlen, sondern auch relevante Fragen zu Geothermie in Ihrem Haus, Grundwasserschutz oder Versicherung bei Schäden.
Das Landesforschungszentrum Geothermie hat in Zusammenarbeit mit Experten aus verschiedenen Fachbereichen umfassende Antworten auf viele Fragen zur Tiefengeothermie erarbeitet. Durch leicht verständliche Zusammenfassungen und anschauliche Abbildungen zu jedem Bereich ist das Programm für alle zugänglich.
Das Landesamt für Bergbau und Geologie Rheinland-Pfalz kann besondere Einblicke in die regionale Geothermie und aktuelle Projekte geben. Außerdem bietet es auch Services wie zum Beispiel den Landeserdbebendienst, oder erklärt Gesetzgebungen, die nicht nur für uns essenziell sind, sondern auch Sie mit spannendem Hintergrundwissen versorgen können.
„Mit diesem Projekt strebt Vulcan an, einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen in der Industrie der Region zu leisten. Die Versorgung der im Oberrheingaben ansässigen Unternehmen mit Energie aus erneuerbaren Wärmequellen ist ein Eckpfeiler unserer Projektentwicklung. Unser Ziel ist es, Projektmodelle wie jenes mit BASF, bei dem wir die Erschließung von Erdwärme mit der klimaneutralen Lithiumgewinnung kombinieren können, im gesamten Oberrheingraben umzusetzen. Eine damit verbundene zuverlässige Wärmeversorgung für die Menschen in der Region würde ebenfalls einen wichtigen Standortvorteil schaffen.“
Geothermie aus der Luft: Neue Daten für die Energiewende.
Ab dem 15. November 2025 startete im Auftrag von Vulcan Energy eine geophysikalische Befliegung über Teile des mittleren und nördlichen Oberrheingrabens. Die Messkampagne ist Teil des Verbundprojektes „GeoProH“. Ziel ist es, einen verbesserten regionalen Überblick über die geologische und strukturelle Beschaffenheit des Untergrunds zu gewinnen und Störungsstrukturen im Untergrund flächenhaft zu kartieren.
Gemessen wird dabei das natürliche Schwere- und Magnetfeld der Erde. Diese Daten helfen dabei, die Gesteinsschichten unter der Erdoberfläche zu analysieren. So kann man z. B. unterscheiden, wie durchlässig die Gesteine sind oder wo sich bestimmte Gesteinsarten wie Vulkangestein befinden. Das ist wichtig, um herauszufinden, wo Erdwärme besonders gut genutzt werden kann.
Die eingesetzten Messmethoden sind komplett passiv – sie senden keine Strahlung aus und sind für Mensch, Tier und Umwelt vollkommen unbedenklich.